Auf einer Praxis-Website suchen Patienten vor allem eines: einen Eindruck davon, was sie erwartet. Dunkle, schiefe oder vollgestellte Aufnahmen bewirken das Gegenteil, sie machen eher misstrauisch. Mit einem aktuellen iPhone und einer guten Stunde Vorbereitung bekommen Sie Bilder, die Ihre Räume zeigen, wie sie sind: freundlich und ordentlich.
Grundlage ist der Fotoleitfaden unseres Gründers, approbierter Zahnarzt und seit Jahren mit Praxisprojekten befasst. Für Praxen in Stralsund, auf Rügen und in Vorpommern haben wir ihn als Rundgang aufgeschrieben: Sie fangen an der Haustür an und hören beim Gruppenbild auf.
Drei Prüffragen für jedes Bild
Bevor Sie an einer Station auslösen, stellen Sie sich diese drei Fragen. Fällt eine Antwort mit Nein aus, korrigieren Sie zuerst.
Ist es hell genug? Gutes Bildlicht kommt durchs Fenster. Der Blitz bleibt aus, Deckenleuchten nur dann an, wenn alle dieselbe Lichtfarbe haben.
Steht alles gerade? Türen, Schränke und Fensterrahmen müssen im Bild senkrecht stehen. Dafür halten Sie das iPhone exakt im Lot.
Darf das ins Bild? Was nicht zur Praxis gehört oder sie unordentlich wirken lässt, tragen Sie vor der Aufnahme hinaus.
Bevor Sie losgehen
Ein guter Rundgang beginnt schon vor dem Fototermin. Die folgenden Punkte haken Sie in den Tagen davor ab.
Leere Praxis: Fotografieren Sie außerhalb der Sprechzeiten. Dann bleiben Patienten und Unterlagen sicher aus dem Bild.
Passendes Wetter: Ein heller Tag mit dünner Wolkendecke ist am besten, etwa ab dem späten Vormittag. Pralle Sonne zeichnet harte Schatten und lässt Fenster ausbrennen.
Lampen prüfen: Defekte oder flackernde Röhren tauschen Sie vorher aus. Halten Sie fest, wo warmweiße und kaltweiße Leuchten gemeinsam hängen.
Motiv für die Monitore: Bereiten Sie ein Logobild vor, das am Fototag auf jedem Bildschirm angezeigt wird. Ein anonymes Demo-Röntgenbild geht auch.
Unterschriften: Wer erkennbar im Bild sein soll, gibt seine Einwilligung schriftlich, bevor Sie auslösen.
Sauberes Glas: Putzen Sie Fenster, Glastüren und Spiegel am Tag davor. Fingerabdrücke und Schlieren sieht man auf dem Foto deutlicher als im Raum.
Die Kamera in fünf Minuten startklar
Diese Einstellungen nehmen Sie einmal vor, danach gelten sie für den ganzen Rundgang. Akku voll laden und die Linsen mit einem weichen Tuch säubern gehört dazu.
Raster und Wasserwaage
Beides finden Sie unter Einstellungen › Kamera. Das Raster legt Hilfslinien über das Sucherbild, die Wasserwaage zeigt in Gelb an, sobald das iPhone waagerecht und senkrecht steht.
Linsenkorrektur
Ab dem iPhone 12 gibt es diesen Schalter, oft ist er ab Werk aktiv. Er gleicht aus, dass das Ultraweitwinkel die Bildränder verbiegt. Prüfen Sie kurz, ob er eingeschaltet ist.
Makro-Steuerung
Nur bei Pro-Modellen ab dem iPhone 13 Pro. Ist die Steuerung aktiv, zeigt die Kamera nah am Motiv ein Blumensymbol. Bei Raumfotos schalten Sie es mit einem Tipp ab, damit das iPhone nicht unbemerkt das Objektiv wechselt.
Fotografischer Stil
Wählen Sie „Standard“. Farbig getönte Stile lassen Wände und Fronten unnatürlich wirken und erschweren die Bearbeitung.
Blitz und Live Photo
Beides schalten Sie oben in der Kamera-App ab. Damit Live Photo beim nächsten Öffnen nicht wieder anspringt, aktivieren Sie unter Einstellungen › Kamera › Einstellungen beibehalten den passenden Schalter.

Haus und Eingang
Das erste Bild Ihres Rundgangs zeigt, wo die Praxis liegt und wie man hineinkommt. Fotografieren Sie Fassade, Eingangstür und Praxisschild, am besten zu einem Zeitpunkt, an dem keine Autos davorstehen und die Mülltonnen leer und weggeräumt sind.
Bleiben Sie mit dem iPhone senkrecht, auch wenn das Gebäude hoch ist. Gehen Sie lieber ein paar Schritte zurück oder wechseln Sie auf 0,5×, statt die Kamera nach oben zu kippen. Sonst scheint das Haus nach hinten zu fallen.

Empfang und Anmeldung
An der Anmeldung entscheidet sich, ob die Praxis organisiert wirkt. Auf dem Tresen liegen höchstens Blumen oder ein Flyerständer, keine Karteikarten, Haftnotizen oder Kugelschreiberbecher. Der Monitor zeigt Ihr Logo, leicht abgedunkelt.
Fotografieren Sie den Empfang mit 1× aus einem leicht seitlichen Winkel, sodass der Gang dahinter sichtbar wird. Das gibt dem Bild Tiefe und zeigt, dass es hinter dem Tresen weitergeht.

Wartebereich
Im Wartezimmer verbringen Patienten die meiste Zeit, entsprechend genau schauen sie hin. Stellen Sie die Stühle in eine gerade Reihe, stapeln Sie Zeitschriften ordentlich und nehmen Sie Aushänge mit Klebestreifen von der Wand.
Eine große Grünpflanze macht den Raum sofort wohnlicher. Ist er eng, greifen Sie zu 0,5×. Mit gedrückter Taste stellen Sie Zwischenstufen ein, oft wirkt 0,7× am natürlichsten. Achten Sie darauf, dass der Raum nicht größer aussieht, als er ist.
Neben der Übersicht lohnt ein Ausschnitt im Hochformat: eine schöne Wand, ein einzelner Sessel. Solche Bilder passen auf dem Smartphone besonders gut.

Behandlungszimmer
Hier zeigt sich Ihre Arbeit. Weil auf engem Raum viel Technik steht, gelingt das Bild nur mit etwas Sorgfalt in vier Punkten.
Aufräumen
Hygienespender, Handschuhkartons und Desinfektionsflaschen reduzieren Sie auf das Nötigste und drehen sie mit dem Etikett gleich. Kabel kommen hinter die Schränke. Die Behandlungseinheit steht in Grundstellung, die Kopfstütze gerade.
Licht
Haben alle Deckenleuchten dieselbe Farbe, bleiben sie an. Mischt sich warmes und kaltes Licht, schalten Sie aus und vertrauen auf das Fenster. Die OP-Leuchte bleibt bei Raumbildern aus, sie würde als greller Punkt hervorstechen.
Bildschirme
Jeder Monitor zeigt Ihr Logobild, etwas gedimmt. Schwarze Bildschirme spiegeln den Raum, voll aufgedrehte strahlen aus. Prüfen Sie auch Spiegelungen und Zettel im Hintergrund auf Patientendaten.
Standpunkt
Fotografieren Sie aus der Ecke oder der Tür schräg in den Raum, das Fenster seitlich oder hinter sich. Jedes Zimmer bekommt zwei Aufnahmen: eine vom Eingang, eine von der Fensterseite, beide mit 0,5×.

Gerade Kanten und richtige Belichtung
An jeder Station gelten dieselben zwei Handgriffe. Sie machen den größten Unterschied zwischen Schnappschuss und Website-Foto.
Höhe und Haltung
Halten Sie das iPhone etwa auf Höhe des Bauchnabels, also gut einen Meter über dem Boden, und kippen Sie es weder nach oben noch nach unten. Etwas mehr Boden im Bild ist kein Problem, schräg zulaufende Wände schon. Ein kleines Stativ hält die Höhe in allen Räumen gleich.
Hauptmotiv in die Mitte
Das Ultraweitwinkel streckt alles, was am Rand liegt. Setzen Sie deshalb Tresen oder Behandlungsstuhl mittig ins Bild. Ein angeschnittenes Blatt oder eine Stuhlkante im Vordergrund gibt dem Raum Tiefe.
Belichtung festhalten
Legen Sie den Finger auf eine mittelhelle Stelle, bis „AE/AF-Sperre“ erscheint. Ziehen Sie dann das Sonnensymbol neben dem Rahmen nach unten, bis das Fenster wieder Struktur zeigt.
Mehrfach auslösen
Machen Sie pro Motiv mehrere Aufnahmen aus leicht verändertem Standort, einmal mit, einmal ohne Deckenlicht. Für einen engeren Ausschnitt wechseln Sie das Objektiv oder gehen näher heran, statt mit zwei Fingern zu zoomen.
Gang, Steri und Geräte
Die Räume hinter den Kulissen sind für Patienten oft die interessantesten, weil sie sonst nie hineinsehen. Ein aufgeräumter Sterilisationsraum zeigt, wie ernst Sie Hygiene nehmen.
| Motiv | Objektiv | Worauf achten |
|---|---|---|
| Gang | 1× | Türen einheitlich offen oder geschlossen |
| Steri bzw. Aufbereitung | 0,5× oder 1× | Alle Lampen an, iPhone auf Stativ |
| Röntgen und Räume ohne Fenster | 0,5× | Lange Belichtung, daher Stativ statt Blitz |
| DVT, Scanner, Mikroskop, Laser | 1× oder 2× | Gerät füllt das Bild, Display eingeschaltet |
| Instrumente, Hände, Material | 2× oder Makro | Ruhiger Hintergrund, für Leistungsseiten |
Ihr Team im Porträt
Am Ende des Rundgangs stehen die Menschen. Eine Teamseite überzeugt, wenn alle Porträts wie aus einem Guss wirken: gleicher Ort, gleiches Licht, gleicher Bildausschnitt.
Termin
Ein Morgen vor der Sprechstunde, frühzeitig angekündigt. Pro Person reichen wenige Minuten. Klären Sie, wo die Bilder erscheinen, und sagen Sie zu, Porträts beim Ausscheiden schnell zu entfernen.
Hintergrund
Eine helle, ruhige Wand oder der Flur genügt. Die Person steht ein bis zwei Meter davor, damit kein Schatten auf die Wand fällt. Bodenmarkierungen sichern den Platz für spätere Neuzugänge.
Licht
Seitliches Fensterlicht, etwa schräg von vorn, ohne Sonne. Eine Deckenlampe direkt über dem Kopf schalten Sie aus. Ein weißer Karton auf der dunklen Gesichtshälfte hellt sanft auf.
Kamera
Porträtmodus mit 2× oder 3×, ungefähr zwei Meter Abstand, Linse auf Augenhöhe. Über das ƒ-Symbol stellen Sie etwa ƒ/4 ein. Schreiben Sie sich die Werte auf.
Haltung
Körper leicht gedreht, Blick zur Kamera, Kinn minimal nach vorn. Kurz Kragen und Haare prüfen. Ein lockeres Gespräch bringt natürlichere Gesichter als jede Anweisung.
Gruppenbild
Mit 1× und Abstand statt mit dem Ultraweitwinkel. Zwei Reihen, Große nach hinten. Mit Serienaufnahme finden Sie leicht ein Bild, auf dem niemand blinzelt.
Was rechtlich gilt
Sobald Menschen im Bild sind, gelten Regeln. Drei davon sollten Sie kennen.
Schriftliche Einwilligung
DSGVO und Recht am eigenen Bild verlangen für jede erkennbare Person eine schriftliche Zustimmung, die Website und Social Media ausdrücklich nennt. Weil eine Einwilligung widerrufen werden kann, fotografieren Sie jede Szene auch leer.
Statisten statt Patienten
Für Behandlungsszenen setzen Sie Familienmitglieder oder Teamkollegen auf den Stuhl. Alle tragen saubere, einheitliche Praxiskleidung und korrekte Schutzausrüstung.
Werberecht
Nach § 11 HWG sind Vorher-Nachher-Bilder bei medizinisch nicht notwendigen plastisch-chirurgischen Eingriffen unzulässig. Auch sonst sollte kein Foto ein bestimmtes Ergebnis zusichern.
Checkliste für den Rundgang
Wie solche Bilder auf einer fertigen Seite wirken, sehen Sie bei unseren Websites für Arztpraxen und Zahnarztpraxen in Stralsund.

